Wie der Vater, so der Sohn:
Vor 13 Jahren musste sich der Landwirt Georg Zerhoch mit Kornkreis-Gläubigen in seinem Weizenfeld bei Frieding (Andechs) herumschlagen – diesen Sommer wurde sein Sohn Franz mit einem „Kreis mit zehn Zacken, rundherum ein Gürtel mit Mustern, mitten im Feld, auf 0,6 Hektar“ beglückt:

Dem Spiegel erzählte er:
Ich habe mich mit zwei Frauen unterhalten, die waren extra aus dem Allgäu hergepilgert. Sie haben mir geraten, mich mitten auf den Kornkreis zu stellen und die Energie zu spüren. Wenn es mir mal schlecht ginge, sollte ich einfach auf den Acker gehen. Man spüre positive Schwingungen, sogar am Feldrand […]
Ich bin mit dem Mähdrescher rein. Als ich abgemäht habe, habe ich keine Energien gespürt.
Franz Zerhoch ist überzeugt: „Diesen Kornkreis, den haben Menschen gemacht“ – auch wenn ihm „ein Rätsel“ sei, „wie man so etwas unbemerkt, mutmaßlich in der Dunkelheit, in einer Nacht hinbekommen kann“.
Zu dieser Frage finden sich diverse „Making of“-Videos von Circlemakern, zum Beispiel hier

oder hier

oder hier

oder hier (mit den beiden „Korn-Greisen“ Doug Bower und Dave Chorley):

Ist das Rätsel der Crop circles damit erklärt? Auch bei Wikipedia heißt es:
Es gibt keine Beobachtung einer natürlichen Entstehung von Kornkreisen; die einzig derzeit nachgewiesene Form ist die durch Menschenhand.
Dem widerspricht allerdings der Saarbrücker Kornkreisforscher Andreas Müller, der auch die Seite Grenzwissenschaft Aktuell betreibt.

In einem aktuellen Video verweist Müller auf die historische Dimension des Kornkreis-Phänomens – vom „Mähteufel“ aus dem 17. Jahrhundert über einen Nature-Artikel von 1880 bis hin zu den neuen Fällen – sowie auf diverse Pflanzen- und Bodenveränderungen, an denen man „echte“ (also nicht von Menschen gemachte) Kornkreise erkennen könne.
Der Anomalistik-Fachjournalist räumt ein, dass derzeit keiner wisse, wie das konkret vonstattengehen soll – dass „innerhalb von wenigen Sekunden sich Getreideflächen von teilweise 50.000 Quadratmetern in einer geometrischen Art und Weise niederlegen können“. In seinen Büchern schreibt Müller von einem „Über-Natürlichen Naturphänomen“.

Skeptiker wie Harald Hoos dagegen sehen in den Kornkreisen wenig mehr als „Max-und-Moritz-Streiche“. Eine ausführliche Debatte dazu mit Hoos, Müller und anderen findet sich in der Zeitschrift für Anomalistik (4/2004).
Für einen betroffenen Landwirt wie Franz Zerhoch ist die Sache vor allem eines:
ein Ärgernis, weil der Weizen niedergetrampelt wird.
Zum Weiterlesen:
- Polony, Max „Kornkreis in Bayern: Sie rieten mir, mich auf mein Feld zu stellen und die Energie zu spüren“ spiegel (24. August 2025)
- Sedlmaier, Sandra „Mysterium Kornkreis lockt viele Schaulustige an“ merkur (25.. Juli 2025)
- Podcast „Kornkreise – Geometrie, Phänomene, Forschung“ Anomalistik (30. Juli 2023)
- Grothe, Solveig „Phänomen Kornkreise: Eine Frage der Ähre“ spiegel (4. September 2012)
- Greune, Armin „Ufo-Gläubige blockieren Mähdrescher“ Süddeutsche (10. August 2012)
- Schrader, Christopher „Kornkreise: Aliens oder Rentner?“ Süddeutsche (4. August 2011)
- Podcast „Kornkreise“ Hoaxilla (30. Januar 2011)
- Hoos, Harald „Zu den Hintergründen des Kornkreisphänomens und der Kornkreisforschung“ ZfA (2004)
Titelfoto: Wikipedia/Jabberocky
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