Hach, wie originell:

Gab es schon x-mal und ist eine reine Luftnummer:

Die Botschaft enthält mehrere klassische Merkmale viraler Kettenbriefe: eine unklare Quelle, eine Weiterleitungsaufforderung und eine angebliche Erfolgsgeschichte ohne Belege,
schreibt Mimikama dazu.
Und selbst wenn alle mitmachen würden, hätte eine solche Aktion kaum einen Effekt:
Man muss sich bewusst machen, dass sich der Spritpreis vor allem aus Steuern, Abgaben, Logistik und dem Weltmarktpreis zusammensetzt. Die Marge der Tankstellen ist relativ gering, nur so ein bis zwei Cent pro Liter.
Selbst wenn jetzt einige Kunden einer Tankstellenkette ausweichen, beeinflusst das ja nicht den Weltmarktpreis. Mal angenommen, es wäre eine bundesweite Aktion und es würden viele Menschen mitmachen und keiner würde mehr bei Shell tanken, dann würden aber umso mehr Menschen zum Beispiel bei Aral, Esso oder Total tanken, die dann wiederum ihre Preise etwas erhöhen könnten.

Selbst wenn Shell dann wenige Cent nach unten gehen würde, hätte man recht wenig davon. Die Nachfrage verschwindet ja nicht, sie verschiebt sich nur. Für den Gesamtmarkt bleibt sie gleich. Es wäre also eher eine symbolische Aktion.
Als Verbraucher ist man in so einer akuten Spritpreissituation relativ machtlos. Solche Aktionen sind bei Konsumgütern wie Mode oder Lebensmitteln deutlich erfolgversprechender, weil man einfach mehr Alternativen hat.
Ähnlich sieht es mit Gadgets wie Spritsparkarten, Quantenzeugs oder OBD2-Dongles aus:
Wäre die versprochene Wirkung tatsächlich erreichbar, würden solche Produkte längst von Autoherstellern serienmäßig verbaut, weil sie damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hätten,
schreibt der Spiegel dazu.
Dongles zum Beispiel (das sind kleine Stecker für die OBD2-Buchse) seien nichts weiter als „fabrikfrischer Elektroschrott“.
Zum Weiterlesen:
- „Klingt gut, bringt wenig: Die Wahrheit über das Spritspar-Gerät“ chip (19. März 2026)
- „Fachleute warnen vor Spritspar-Dongles“ spiegel (17. März 2026)
- „Spam-Mails preisen Spritspar-Stecker fürs Auto an“ handelsblatt (16. März 2026)
- Knop, Dirk „Spammer setzen auf hohe Spritpreise als Köder“ heise (16. März 2026)
- Seiler, Johannes „Shell-Tankstellen boykottieren?“ swr3 (13. März 2026)
- Spiess, Claudia „Wird vom 14.–16. März wirklich ein Tankstellen-Boykott in Deutschland organisiert?“ mimikama (12. März 2026)
- Ollig, Hilde „Shell-Boykott im März/April 2026: Kettenbrief ohne reale Aktion“ mimikama (9. März 2026)
- Rudschies, Wolfgang „Spritsparmittel – alles Hokuspokus?“ ADAC (6. März 2026)
- Windeck, Christof „Benzin sparen: Abzocke mit blinkenden Kraftstoffsparsteckern“ heise (1. Juli 2022)
- Freistetter, Florian „Sprit sparen mit Quantenzeugs“ Astrodicticum simplex (7. April 2011)
- „Ausgedingelt“ autobild (28. Juli 2009)
- „Dingels Wasserauto“ autobild (15. Februar 2002)
Titelfoto: Freepik/prostooleh


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