Vor einigen Monaten berichteten wir darüber, dass der spanische neutemplerische „Orden Soberana del Temple de Cristo“ auf dem Klageweg seine Anerkennung durch den Papst erzwingen wollte. Jetzt hat der Vatikan anscheinend die Schnauze voll von solchen Spielchen – und distanziert sich ausdrücklich von Neu- und Wiedergründungen christlicher Ritterorden:

Außer den eigenen Ritterorden (Christusorden, Orden vom Golden Sporn, Piusorden, Orden des heiligen Gregor des Großen und Orden des heiligen Papstes Silvester) anerkennt und schützt der Heilige Stuhl nur den Souveränen Malteserorden – oder Souveränen Ritter- und Hospitalorden vom hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta – und den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
Es besteht nicht die Absicht, diesbezüglich etwas zu ändern. Alle anderen Ritterorden – ob sie nun neuerer Gründung sind oder sich von den mittelalterlichen Orden ableiten – werden vom Heiligen Stuhl nicht anerkannt, da dieser nicht für ihre historische und rechtliche Legitimität, ihre Ziele und ihre Organisationsstrukturen bürgen kann.
„Insbesondere der im 14. Jahrhundert von Papst Clemens V. zwangsweise aufgelöste Templerorden war in der Neuzeit immer wieder Projektionsfläche für rechtlich zweifelhafte Wieder- und Neugründungsversuche“, schreibt dazu katholisch.de: „Sie spielten etwa in dem Bestseller The Da Vinci Code (deutsch: Sakrileg) von Dan Brown eine wichtige Rolle.“
Infos zu „Neotemplern“ und „Beurteilungskriterien zur Klassifizierung moderner Ritterorden“ finden sich in dem Confessio-Themenheft „Ritterorden“, das hier zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

Der amerikanische Kongressabgeordnete Andy Ogles postete im März ein KI-generiertes Video, das ihn als Tempelritter in „a battle of good vs evil“ zeigte. Dr. Joachim Rother vom Youtube-Kanal MDVAL reagierte darauf mit diesem Beitrag:
Amerikas Rechte LIEBEN Tempelritter!
In den USA hat ein Neotemplerorden von sich Reden gemacht – als er Donald Trumps Post eines KI generierten Bildes kritisiert hat, das ihn als Jesus zeigt. Überhaupt scheinen Tempelritter, als Organisationen oder Symbolische Darstellungen, sehr präsent im Kontext von US Politik zu sein. Warum ist das so? Welchen Nutzen erfüllt der Rückbezug auf den geistlichen Ritterorden der Templer, einem Orden aus dem Mittelalter?
Allerdings: „Wer sich heute Templer nennt, ist deshalb noch lange kein anerkannter Ritterorden“, hat der Vatikan jetzt klargestellt:
Grund dafür ist eine kaum überschaubare Anzahl von weltweit vor allem in den vergangenen 50 Jahren erfolgten Gründungen von allerlei Vereinigungen, die sich den Namen Templer zulegten.
Traurige Berühmtheit erlangten zum Beispiel die „Sonnentempler“, bei denen 74 Mitglieder während kollektiver Mord- und Suizid-Handlungen ums Leben kamen.
Zum Weiterlesen:
- Nardi, Giuseppe „Templer ohne Anerkennung“ Katholisches.info (13. Oktober 2026)
- Harder, Bernd „Der Templerorden – zwischen Wissenschaftsposse und Verschwörungstheorien“ skeptix (22. Februar 2026)
- Harder, Bernd „Laurel und Hardy und der viele übersinnliche Nonsens im neuen Roman The Secret of Secrets von Dan Brown“ skeptix (14. September 2025)
Titelfoto: Unsplash/Sung Jin Cho



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