Neue Studie: Laborvariante des MERS-Coronavirus hat kaum Ähnlichkeit mit SARS-CoV-2

(Lesedauer ca. 4 Minuten)

Im März erklärte Martin Moder, dass die Wildtiermarkt-Hypothese die wahrscheinlichste Erklärung für die Herkunft von SARS-CoV-2 sei:

Das unterstreicht jetzt eine Studie, die im Fachjournal PNAS erschienen ist.

Dabei geht es um konkret um die sogenannte Furin-Spaltstelle – das ist eine ungewöhnliche Oberflächenstruktur von SARS-CoV-2, die es dem Virus erlaubt, schneller und effektiver an Körperzellen zu binden, und zwar bevor die Immunabwehr diesen Prozess stoppen kann. Seit längerem wird diskutiert, ob diese Furin-Spaltstelle von dem Laborvirus Mers-MA30 stammen könnte, mithin also eine künstliche Virenkreuzung vorliegt.

Dieser Frage ist ein Team um den Berliner Virologen Christian Drosten nachgegangen:

https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2601806123

Die Forschenden untersuchten das Erbgut von über 17 Millionen Sars-2-Viren auf Spuren, die auf einen solchen Hergang hindeuten könnten. Außerdem versuchten sie mit Zellversuchen im Labor, die Verwandlung der Mers-Furin-Spaltstelle in die von Sars-CoV-2 nachzustellen, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Das Ergebnis:

Die Genomanalyse zeigte, dass die Mers‑MA30‑ähnliche Sequenz an der Furin-Spaltstelle von Sars‑CoV‑2 während der Pandemie zwar mehrfach, aber nur extrem selten, immer vorübergehend und nie ganz nah am Stammbaum-Ursprung von Sars-CoV-2 auftaucht.

Als realistische Vorläufervariante scheide die MA30-Furin-Spaltstelle damit aus, folgert das Team […]

Christian Drosten sagt nicht, dass Sars-CoV-2 unmöglich aus Mers-MA30 hervorgegangen sein kann. Ein Labor-Ursprung sei generell nicht auszuschließen. „Man muss sich dafür offenhalten, auch wenn es keine Belege dafür gibt, die überprüfbar sind.“

Die WHO gab unterdessen bekannt, dass während der Covid-19-Pandemie über 13 Milliarden mRNA-Impfstoffdosen verabreicht wurden. Eine neue Übersichtsarbeit von Forschenden der University of British Columbia zeige erneut, dass die mRNA-Impfstoffe sicher seien und sehr wirksam vor Infektionskrankheiten wie Covid-19 schützen:

Kritiker der mRNA-Impfstoffe haben während der Covid-19-Pandemie oft damit argumentiert, dass diese das Erbgut des Menschen permanent verändern würden. Die nun publizierte Metastudie geht auch darauf ein und erklärt, dass das Erbgut des Menschen durch die Impfstoffe nicht verändert wird.

Die mRNA liefert lediglich einen „Bauplan“, mit dem die Zellen des Menschen einen harmlosen Virusbestandteil produzieren können, um das Immunsystem für einen späteren Kontakt mit dem Virus zu trainieren.

Die mRNA und das Lipid-Nanopartikel-Transportsystem werden anschließend schnell vom Körper abgebaut und entfernt.

Am Donnerstag nimmt Christian Drosten in Tübingen den Preis des Instituts für Rhetorik für die „Rede des Jahres 2025“ entgegen:

Er habe in der Rede „Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht“ bei einem Festakt des DWI in Berlin ein Plädoyer für eine engagierte Wissenschaft gehalten, so die Uni.

Zum Weiterlesen:

Titelfoto: Unsplash/Fusion Medical Animation

Kommentare

2 Kommentare zu „Neue Studie: Laborvariante des MERS-Coronavirus hat kaum Ähnlichkeit mit SARS-CoV-2“

  1. Ich verstehe die Zielrichtung dieses Beitrags nicht.

    Die Laborthese ist durch die Studie weder widerlegt, noch handelt es sich bei der Laborthese um eine Verschwörungstheorie.
    Es wird sich voraussichtlich weder die eine noch die andere Hypothese ausreichend belegen oder ausschließen lassen. Die Laborthese ist aufgrund der neuen Studie weniger wahrscheinlich geworden.

    Die wesentliche Kritik an der mRNA-Technologie betraf das fehlende Wissen über deren Langzeitwirkungen. Dieser Punkt wird ex post nicht dadurch entkräftet, dass schädliche Langzeitwirkungen ausgeblieben sind.

    Fun Fact: In jüngerer Vergangenheit wurden Studien rezipiert, die eine geringere Sterblichkeit mRNA-Geimpfter bei zahlreichen weitere Krankheiten (sogar Verkehrsunfällen!) „belegen“. Wurde also das Erbgut also doch irgendwie positiv beeinflusst? Nein, wahrscheinlich sind in dieser Gruppe einfach mehr Menschen, die bewusster auf Risiken achten.

  2. Bernd Harder

    @Thomas:

    Sorry, aber ich verstehe die Zielrichtung dieses Kommentars nicht.

    Die Laborthese ist aufgrund der neuen Studie weniger wahrscheinlich geworden.

    Ja – und? Genau darum geht es, sagt ja auch Drosten selbst.

    noch handelt es sich bei der Laborthese um eine Verschwörungstheorie.

    Vorsicht, es gibt zwei Laborthesen, und eine davon ist ganz eindeutig eine Verschwörungstheorie.

    Ein Laborunfall ist keine Verschwörungstheorie (und habe ich auch nie behauptet bzw. einen Laborunfall ausgeschlossen, falls ein bestimmter Herr hier mitliest).

    Eine absichtliche Züchtung und Freisetzung des Virus mit dem Ziel, die Weltwirtschaft zugunsten Chinas zu schwächen, ist eine Verschwörungstheorie. Und die ist durch diese neue Studie durchaus sehr viel weniger wahrscheinlich.

    Die wesentliche Kritik an der mRNA-Technologie betraf das fehlende Wissen über deren Langzeitwirkungen. Dieser Punkt wird ex post nicht dadurch entkräftet, dass schädliche Langzeitwirkungen ausgeblieben sind.

    Sorry, diesen Satz verstehe ich nicht.

    Wieso wird durch die Tatsache, dass es offenbar keine Langzeitwirkungen gibt, die Kritik am angeblich fehlenden Wissen über Langzeitwirkungen nicht entkräftet?

    Dass die verwendete mRNA vom Körper nicht eingebaut, sondern innerhalb weniger Tage vollständig abgebaut wird, wusste man schon bei der Einführung der Impfung. Jetzt hat man allenfalls eine weitere Bestätigung dafür.

    Und sehr seltene Nebenwirkungen, wie z.B. Narkolepsie bei der Schweinegrippe-Impfung, kann man halt immer erst im Nachhinein feststellen.

    Und wenn wir schon gerade dabei sind, für diverse Mitleser aus alten Zeiten:

    Der Herr Wiesendanger ist mitnichten dafür kritisiert worden, dass er die Laborthese vertritt – sondern für die Art und Weise, wie er seine Behauptungen verbreitet hat:

    Bei näherer Betrachtung zeigt sich schnell: Die sogenannte „Studie“ Wiesendangers hat im wissenschaftlichen Sinne diesen Namen nicht verdient.

    Qualitätskriterien, die normalerweise an Universitäten selbst für Hausarbeiten gelten, sind in diesem Fall nicht eingehalten. Weder eine Forschungsfrage noch eine professionelle Methodik lassen sich erkennen, zu den Quellen gehören unter anderem Youtoube-Videos, Artikel von Focus Online oder Epoch Times.

    https://www.quarks.de/podcast/science-cops-folge-7-corona-aus-dem-labor/

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