Schweigemeditation bis zur Psychose? Der Seelenfänger-Podcast über „Dark Dhamma“

(Lesedauer ca. 2 Minuten)

Die sechste Staffel des BR-Podcasts „Seelenfänger“ dreht sich um eine besondere Form von Schweigemeditation: Vipassana-Kurse nach Satya Narayan Goenka, die von einem Netzwerk namens Dhamma angeboten werden:

https://www.ardaudiothek.de/sendung/seelenfaenger/urn:ard:show:e9b4d80c46b94f77/

Wir tauchen ein in die Welt von Schweigeretreats, in denen über Tage hinweg stundenlang meditiert wird – mit dem Ziel, den Geist zu reinigen und ein gelassenes Leben zu führen.

Solche Vipassana-Meditationen haben viele Fans auf der ganzen Welt. Manche aber erleben während ihres Aufenthalts im Retreat Horrortrips: Angstzustände, Panikattacken, Psychosen.

Inwiefern werden Interessenten vor diesen möglichen Nebenwirkungen gewarnt?Und wie gehen die Verantwortlichen mit Leuten um, die während der Meditationskurse krank werden?

Schon 2010 veröffentlichte die Sekteninfo NRW den Erfahrungsbericht „Gestern bin ich aus so einer Art Sekte geflohen“.

Zum Weiterlesen:

Titelfoto: Freepik

Kommentare

13 Antworten zu „Schweigemeditation bis zur Psychose? Der Seelenfänger-Podcast über „Dark Dhamma““

  1. Ich finde es irritierend, wie oberflächlich und selbstgefällig im ARD-Podcast „Dark Dhamma“ über Vipassanā gesprochen wird. Da urteilen Menschen ohne eigene Erfahrung und ohne fachliche Kompetenz über eine Praxis, die seit über 2.000 Jahren Teil der buddhistischen Tradition ist – und tun so, als hätten sie das alles durchschaut. Dass so etwas dann unter einem öffentlich-rechtlichen Label als seriöse Einordnung verkauft wird und fast in eine kriminelle Ecke gestellt wird, macht es nur schlimmer.
    Die Art, wie dort über Retreats nach Goenka gesprochen wird, erinnert mich an jemanden, der untrainiert, mit unzureichender Ausrüstung und ohne Ahnung ins Hochgebirge steigt, danach höhenkrank zusammenbricht – und dann nicht seine eigene Vorbereitung hinterfragt, sondern sich beschwert daß „der Berg“ gefährlich sei . Vipassanā ist der Berg. Und die Warnhinweise stehen überall klar dran. Ein Vipassanakurs ist eine ernsthafte Unternehmung , kein Wohlfühlurlaub . Und es tut meistens weh in den Spiegel zu schauen.
    Die Zentren kommunizieren seit jeher eindeutig:
Menschen mit ernsthaften psychischen Störungen, instabilen Lebensumständen sollten NICHT teilnehmen.
Nicht aus Willkür, sondern weil die Technik intensiv ist und psychische Stabilität voraussetzt. Das steht auf der Webseite und auf jedem Formular, das man unterschreibt. In Zeiten in denen Menschen praktisch durchgehend in Handys schauen , 24/7 dauerunterhalten werden (alles ist nur mehr Blabla) , wundert es mich nicht wenn solche Hinweise ignoriert werden.
    Wenn man dann plötzlich zehn Tage ohne Ablenkung mit der eigenen Realität konfrontiert wird –, ist das kein „Schaden durch Vipassanā“. Das ist eine vorbestehende Instabilität und Schieflage , die im Schweigen und in der Innenschau sichtbar wird. Dass der Podcast daraus eine Gefährlichkeit der Methode konstruiert, ist journalistisch nicht nur sehr dünn sondern grober Unfug.
    Auf billige Dramatisierung wie : Goenka rezitiere in einer „erfundenen Sprache“, möchte ich gar nicht näher eingehen . Nur zur Klarstellung: Es ist Pāli, die Sprache des Theravāda-Kanons. Und es ist im Übrigen völlig egal in welcher Sprache er rezitiert. Es geht auch nicht um Goenka (er hat sich nie so wichtig genommen ,. obwohl er das war) . Es geht um das Wahrnehmen der eigenen Realität ,. Vipassana ist echter als echt ,. es ist das ungeschönte Wahrnehmen der Realität wie sie ist. Und es hilft Angst und Lasten die wir durchs Leben tragen hinter uns zu lassen.
    Ich selbst habe rund zehn dieser Retreats gemacht. Für mich – und für viele andere – war Vipassanā eines der wirkungsvollsten, klärendsten und heilsamsten Werkzeuge überhaupt. Die Technik ist systematisch, logisch und in ihren Wirkmechanismen nachvollziehbar. Natürlich wirkt sie tief. Sie zeigt einem ungeschönt, wie es in einem aussieht bzw wie fließend die Realität ist. Was der Podcast als „Realitätsverlust“ deutet, ist in Wahrheit oft das erste echte Sehen der eigenen Realität.
    Es tut mir leid für John und daß es ihn so aus seiner Bahn geworfen hat. Man muss sich darauf vorbereiten !! Besonders beim ersten mal ,. und vielleicht sollte das Vipassana Management nochmal extra darauf aufmerksam machen .
    Schade, dass eine uralte, seriöse Praxis mit Sensationsdramaturgie verzerrt wird. Die Welt braucht weniger Angstschüren und mehr Differenzierung – gerade wenn es um Methoden geht, die nachweislich vielen Menschen geholfen haben, ihr Leben zu stabilisieren und glücklicher zu sein. Leider sehr schlechter Sensation Journalismus,.. an die Ersteller: Ich erkenne eure Mühe an – aber ihr liegt trotzdem ziemlich daneben. Bitte wenn man eine Seite schon Skeptix nennt,. bitte auch gegenüber Skeptizismus skeptisch bleiben,. ❤️☀️

  2. Bernd Harder

    @Ma Si:

    Bitte wenn man eine Seite schon Skeptix nennt,. bitte auch gegenüber Skeptizismus skeptisch bleiben,.

    Sind wir, keine Sorge. Schauen Sie gerne bei „Zum Weiterlesen“ mal weiter.

  3. @Ma Si

    Habe den Podcast noch nicht gehört und kann mir gut vorstellen, dass ich deinem Eindruck der Dramatisierung zustimmen werde. Scheint bei solchen Reportagen irgendwie üblich geworden zu sein.

    Zu dem ein oder anderen Vipassana-Veranstalter gab es in der Vergangenheit bereits Kritik. Wenn sich einige Menschen ereifern, vermeintliche Führungsrollen zu übernehmen und dabei grenzverletzend handeln, finde ich das aber nicht weiter verwunderlich.

    Wenn jemand während eines Retreats feststellt, dass er es nicht psychisch verarbeiten kann und dann nicht gehen darf, ist es halt Freiheitsberaubung – die Lehre des Vipassana spielt dabei keine Rolle. Ich gehe davon aus, dass dies von Veranstalter zu Veranstalter unterschiedlich gehandhabt wird.

    Die schwarzen Schafe gibt es nachweislich – was keine Kritik gegen die Methode rechtfertigt.

    Nebenwirkungen von Meditation, bei psychischen Problemen, sind bekannt, wobei mir das Verständnis von „Achtsamkeit“ in dem Zusammenhang zu unterschiedlich interpretiert wird.

    Es gibt einige Methoden, wie den Bodyscan, welche zum Bereich Achtsamkeit gehören und bei diversen Störungen mit emotionaler Dysfunktion empfohlen werden.

    Eine ähnliche Praxis findet auch bei Vipassana statt. In Psychotherapien werden solche Methoden allerdings kontrolliert angewendet und nicht einfach 10 Tage am Stück auf Biegen und Brechen. Das ist in meinen Augen wirklich gefährlich.

    Im Artikel der Tagesschau werden einige Aussagen der Vipassana Vereinigung erwähnt, die ich grenzwertig finde. Auf der einen Seite Heilversprechen, auf der anderen Seite kein vernünftig geschultes Personal: Obwohl immer wieder diverse Anfälle bei Teilnehmenden bemerkt wurden. Für mich ist das fahrlässig.

    Einigen deiner Ausführungen widerspreche ich. Realität wird nicht gesehen, sie wird konstruiert. Zumindest die „Realität“, die man bei Meditation erleben soll. Diese Aussage sollte auch im Einklang mit den Lehren sein, wenn es zum Beispiel um Vergänglichkeit von Emotionen geht.

    Dabei stellt sich mir auch die Frage, wieviel Realität man erfahren soll, wenn man sich im Erleben übt. Man würde wahre „Realität“ erleben ist Selbstbetrug.

    Angst und Lasten hinter sich lassen zu können ist eine sehr pauschale Aussage, da insbesondere Angst eine Hauptrolle bei traumatischen Erlebnissen und auch bei diversen Störungen spielt.

    Skeptiker darauf hinzuweisen skeptisch zu bleiben ist immer sinnvoll! Deinen Kommentar empfinde ich allerdings schon als spirituellen Hochmut. Im Sinne der Lehre kannst du ja mal deinen Emotionen nachgehen, die du beim Schreiben des Kommentars in dir hattest.

    Wesensveränderungen sind ein kontinuierlicher Prozess. Retreats können bestimmt irgendwelche positiven Entwicklungen auslösen, aber auch schädliche. Was auf jeden Fall fehlt, ist die individuelle Begleitung des Prozesses, was auch bei Vipassana der Fall ist.

  4. @sebastian,.. Ja ehrlich gesagt hat mich dieser Podcast mit diesem Aburteilen bzw Schubladisieren und in fast eine kriminelle Ecke stellen schon eher erzürnt. Das wie ich es erlebt habe und das wie es dort dargestellt wird und wie aus einem ,. hm naja bedauernswerten Fall ein ,.. „das ist Vipassana“ gemacht wird ist aus meiner Sicht sehr traurig.

    Ich habe auf keinen meiner Kurse erlebt daß jemand festgehalten wurde,. kann ich mir nicht vorstellen ,. man unterschreibt zwar ein Papier auf dem neben anderen Regeln auch steht daß man die vollen 10 Tage bleibt,. aber das soll eher dazu dienen die Entschlossenheit in einem selber zu bestärken,. aber sicher nicht Menschen zu nötigen ,.. Es gingen immer wieder Leute denen es zu viel wurde,.

    Aber ich kann ja auch nur aus meiner Erfahrung sprechen,. und,. ja klar da kann alles mögliche passieren,. OK,.. Ich erzähl kurz zum Verständnis : Ich hatte in jungen Jahren eine sehr schöne behütete Kindheit ,. ab 11-12 änderte sich alles langsam,. zunehmend vereinsamt nahm sich mein Vater das Leben als ich 15 war,..mir zog es den Boden unter den Füßen weg ,. danach begann eine Drogenkarriere ,. bis 25 praktisch auf der 24/7 high – down under bis zu unconscious welle,. mit allem möglichen shit den das mit sich bringt,.. Ich wollte Musiker werden und hatte ab 20 eine Ersatzfamilie ,. eine Band,. mit viel Dope und allem möglichen sonst,.. langsam ging alles den Bach runter ,. mein Musikstudium zum Scheitern verurteilt (zu konfus orientierungslos) ,. schmiss man mich mit 25 aus der Band,. alles kaputt,. Tiefpunkt,. ich suchte nach Auswegen mein Leben auf die Reihe zu kriegen (das war 1994) und fand ein Buch „Geistestraining durch Achtsamkeit“ Nyanaponika,. ein Freund von mir kam aus Indien zurück und berichtete mir von einem 10 Tage Kurs den er gemacht hatte und erzählte mir weiter daß man in Deutschland diese gratis machen könne,. Ich meldete mich an,. mit vollkommen falschen Vorstellungen und keiner Ahnung was mich dort erwarten würde. Ich erinnere mich aber daß man mich darauf hinwies Drogen unbedingt ein Monat vor Beginn komplett wegzulassen,. Sie schrieben auch daß es ein ernsthaftes Unterfangen sei ,. ich tat mein Bestes aber hatte keine Ahnung,. mein erster 10 Tage Kurs war hart,. am 2. Tag saß ich meinen Schmerzen 10 Stunden am Tag,. noch 8 Tage,. ich saß in meinem Feuer und dachte ich bin im falschen Film,. ich lernte meine Dämonen kennen ,. ich fühlte mich entwurzelt und wußte nicht mehr wer ich war,. (man könnte sagen ich starb am Kissen) ich dachte auch zu gehen,. da ich unterschrieben hatte blieb ich ,. ich dachte während des Kurses daß meine Hoffnungen auf ein besseres Leben komplett gescheitert war ,. das war ein Fail und ein krasser dazu ,. dachte ich ,. keine Ahnung was jetzt und wie es nun weiter geht. Dann kam der 10. Tag ,. dieser Tag soll eine Brücke vom Kurs und 9 Tage innerer Arbeit zum Alltag sein,. Als erstes bemerkte all die leuchtenden Augen (man sieht sich während des Kurses nicht an,. alle sind konzentriert und in sich gekehrt ,. niemand lacht ,. all das ist für jemanden der das noch nicht erlebt hat sehr ungewöhnlich und befremdlich) ,. Dann die freundlichen Gesichter und offenen Herzen ,. ich traute mich nicht zu sprechen,. irgendwann doch ,.Gespräche mit Menschen denen ich mich plötzlich sehr nah und verbunden fühlte folgten,.. ich musste weinen,. mein altes Leben zerfloß in einem Meer aus Tränen,. ich konnte es nicht fassen ,. schwer zu erklären , alle hatten etwas ähnliches hinter sich ,. und dann trifft man sich in der Sonne und geht hinaus in die Welt ,. Aus heutiger Sicht ging für mich an diesem Tag ein langer einsamer Winter zu Ende,. Mein Leben war komplett anders nach diesem Kurs ,. es war radikal ,. aber es hatte eine unglaubliche Wirkung ,. ich begann alles umzubauen ,. begann zu meditieren ,. täglich 2 Stunden ,. schloss mein Studium ab und machte bis ende der 2000er vielleicht 10 oder mehr weitere Retreats,.. habe Familie und ein Kind,.. keine Ahnung wo ich heute ohne Vipassana wäre ,.. warum schreib ich das alles,.. Wenn es nur einen oder eine gibt die das lesen ,. jemand der sein Leben ernsthaft verändern möchte ,. dann waren es die 30 min Schreibarbeit wert,.. Ich bin tief überzeugt Vipassana ist ein sehr wirksames Werkzeug ,. 2 Dinge die heute leider seltener werden (alles wohlfühl- und bequemlichkeits- optimiert) sind aber Voraussetzung: Entschlossenheit , Geduld. und nicht bei jedem ,jede mag es so dramatische Wirkungen haben,. Ich kenn auch Menschen die machten den Kurs und fanden das zwar interessant hatten aber danach nichts mehr damit am Hut ,.. Nicht bei jedem ist es krass ,. manche sitzen und tun dann weiter wie davor,. alles gibts,.. zu dem Punkt über Realität: Realität ist nicht´s fixes ,. es ist ein sich stetig ändernder Fluß an Empfindungen den man beobachten kann ,. Vipassana so wie es bei Goenka gelehrt wird, ist das reine Beobachten und das Üben des Gleichmuts bezüglich aller Empfindungen die innerhalb des Körperbewußtseins passieren,. und gewiss keine durch eine Lehre erschaffene Realität ,. das mag bei Religionen so sein, sicher aber nicht bei Vipassana,. es geht nicht um eine Lehre , nicht um Goenka , nicht um Assistenzlehrer und auch nicht um die Helfer dort. Es ist ,. wenn schon ,.eine Reise zur eigenen Bewusstheit , Achtsamkeit und Übung des Gleichmuts gegenüber allem was uns auf dieser Reise als unangenehme oder angenehme Empfindung ins Bewußtsein kommt. Es gibt zwar die 1 stündigen Vorträge abends die einem helfen sollen nicht in etwaige Fallen zu tappen (zb oh soll tolle Gefühle,.ein toller energetischer Fluss durch meinen Körper ,.. herrlich ,. ich will das wieder haben,. = ein umso größeres Tief und Depression bei den zB Rückenschmerzen am nächsten Tag) ,. man übt Gleichmut und bewegt sich damit in die Mitte des Wirbelsturms,. darum geht es. zu 2: Angst und Lasten hinter sich zu lassen ,. ist meine persönliche Aussage,. so habe ich das erlebt,.. so fühlt es sich für mich an. Und ich kenne viele die das ähnlich sehen,. zu 3,. ich mag da gewiss nicht schulmeisterlich rüber kommen ,. tut mir einfach leid daß zum Zwecke von Klicks und Aufmerksamkeit so viel verbogen wird,.. ist keine ehrliche Aufklärung,. dazu müsste man auch einige der vielen positiven Geschichten bringen die Vipassana hinterlassen hat (und es sind sicher wesentlich mehr als Unfälle wie der der von John) ,. Hochmut: Ich finde es hochmütig wenn Menschen über Dinge urteilen von denen sie nicht viel oder keine Ahnung haben und so tun als würden sie informieren. Glauben daß man mehr ist als man ist? Solange man nicht die Größe dieses Universums erlebt und verstanden hat weiß man auch nicht wie klein oder groß man ist,.. Da bin ich sicher nicht ,. und sicher nicht der Einzige,. ich weiß schon daß ich klein bin aber wie klein,. wahrscheinlich sicher nicht,. von dem ,. Ja sicher hochmütig,.. alles Liebe euch ✌️☀️❤️

  5. @Ma Si

    Vielen Dank für die Erklärung. Es freut mich für dich, dass dir diese Erfahrung einen entscheidenden Wendepunkt in deinem Leben geben konnte. Du hast die Voraussetzungen mitgebracht, dass du einen positiven Nutzen daraus ziehen konntest. Sei es durch das Treffen von Gleichgesinnten, der Austausch mit Menschen, oder was auch immer. Das möchte ich dir auf keinen Fall absprechen.

    Ich habe keine Ahnung was Skeptizismus genau ausmacht, finde es für mich aber auch nicht wichtig. Es geht irgendwie um Reproduzierbarkeit, Allgemeingültig, oder irgendwas in diese Richtung. Manchmal auch um logische Fehlschlüsse. Skeptiker sind auch nur Menschen und manchmal ideologisch unterwegs, weil sie der Meinung sind, „das sei richtig so“.

    Die Beweislage zur Wirkung von Vipassana ist „moderat“. Trotz positiver Wirkung bei Stress, Angst und Migräne, lassen sich noch keine genauen Aussagen zur Langzeitwirkung treffen. Oft zu kleine Versuchsgruppen, hohe Anfälligkeit für logische Fehlschlüsse.

    Zumindest wenn man nach dieser Studie geht (noch keine Metaanalyse):

    https://www.researchgate.net/publication/395934279_The_Impact_of_Vipassana_Meditation_on_Health_and_Well-Being_A_Systematic_Review_of_Current_Evidence

    Diese Effekte müssen sich allerdings auch mit Effekten anderer Methoden vergleichen lassen. Methoden die vielleicht weniger „Nebenwirkungen“ zeigen.

    Einzelberichte sind für sich nur „anekdotische Evidenz“ – Erzählungen ohne Allgemeingültigkeit. Dies gilt auch für die negativen Berichte zu Vipassana. Wie bei Medikamenten, ist es jedoch legitim vor Nebenwirkungen zu warnen.

    Da ich selbst länger als ein Jahrzehnt täglich meditiert habe, kann ich den Reiz und vielleicht auch die Sehnsucht hinter Meditation verstehen, habe für mich jedoch auch die Erfahrung gemacht, dass man noch genauer hinschauen kann. Trotz Schweigeretreats & Co.

    Auch mir haben einige Methoden geholfen, diese werden allerdings auch offiziell in Psychotherapien eingesetzt.

  6. Heinz Wiesel

    Selten peinlicher Podcast – musste bei Folge 3 abschalten. Die beiden Redakteurinnen wirken, als wären sie etwa 15 Jahre alt und würden gerade ihr Praktikum beim Vice-Magazin absolvieren. Bei einer jahrtausendealten Meditationspraxis kommt es bei vielleicht 0,1 % der Teilnehmenden zu unangenehmen Nebenwirkungen. Das lässt bei den „Journalistinnen“ offenbar nur den Schluss zu, dass es sich hierbei um ein weltweites Netzwerk einer gefährlichen, menschenfeindlichen Sekte handelt.

    Länger als 15 Minuten zu meditieren möchte die Redakteurin nicht riskieren – schließlich hatte sie vor Jahren einmal eine leichte Angststörung. Tja, schade, sie hat’s halt wirklich verstanden \s. Dann eben weiter mit dem Finger im Po reflexhaft moralisch über alles und jeden richten, den man nicht versteht, und das mit maximaler Selbstgerechtigkeit. Der ARD unwürdig.

    Da auf sämtlichen Plattformen die Bewertungs- und Kommentarfunktionen deaktiviert wurden, ist sich die Redaktion wahrscheinlich ohnehin bewusst, was für einen sensationistischen VICE-Bullshit hier abgeliefert wurde. Einfach mal Twitter und Instagram ausmachen – dann kann man echte Erfahrungen machen. Aber dann meldet sich wieder die böse Realität, die so viel Angst mach

  7. Bernd Harder

    @Heinz Wiesel:

    Ihr mehrfacher unzusammenhängender Verweis auf VICE hat mich etwas stutzig gemacht.

    Ach so:

    https://www.vice.com/de/article/waehrend-zehn-tagen-stiller-meditation-kommst-du-auf-einen-trip-und-willst-es-mit-hunden-treiben-779/

  8. Hallo Sebastian,.. ich finde es prima skeptisch zu sein,. es hat sich für mich als sehr sinnvoll erwiesen tunlichst alles zu hinterfragen,.. da ich kein Politiker bin oder jemand der Entscheidungen für die Allgemeinheit treffen muss fällt der Punkt ob etwas allgemein gültig oder auch reproduzierbar ist eher weg,. Wenn etwas für mich und mein Umfeld funktioniert dann passt´s schon mal,. insbesondere sind Studien die soetwas „wissenschaftlich“ bestätigen auch eher irrelevant für mich,. sprich wenn eine Studie nur moderaten Erfolg für Vipassana bestätigt ,. es für mich aber gut funktioniert , werde ich meine Richtung wegen einer Studie nicht ändern ,. auch seh ich es kritisch Entscheidungsauthorität für relevante Entscheidungen ausschließlich auf Studien zu übertragen ,. ebenso KI,. das mögen Tools sein und manchmal hilfreich aber das Ausprobieren und echte Erfahren hat bei mir definitiv Vorrang. Es gibt in der buddistischen Philosophie 3 Arten von Wissen : 1. angelesenes Wissen: jemand schreibt ein Buch , macht eine Studie, schreibt einen Artikel…ich lese das und mache mir einen intelektuellen Reim daraus ,. 2. ich kenne jemand in meinem Umfeld der diese oder jene Erfahrung gemacht hat und sehe direkte Auswirkungen auf sein Leben und wie es ihn verändert oder beeinflußt und ziehe daraus meine Lehren ,. 3. Ich habe es selbst erfahren , wie es auf mich wirkt was es mit mir gemacht hat,.Ich habe Wachstumsprozesse (pos od neg Natur) direkt erfahren und weiß um Höhen und Tiefen bestimmter Dinge ,. also dringe in tiefere Schichten der Erfahrung ein … Ich finde diese Unterscheidung sehr hilfreich. Dem gemäß ist erfahrenes Wissen definitiv das das ich für weitere Entscheidungen bevorzugen möchte. Wobei auch gelesenes zur Orientierung sehr hilfreich sein kann. Ich bin kein Fanatiker und hinterfrage auch alles was Vipassana betrifft,.: Regeln, Philosophie etc,. vieles hat sich als hilfreich erwiesen ,. aber ich sehe wohl daß es nicht für jeden ist,. manche brauchen etwas anderes für ihr Glück bzw mag es auch manche überfordern ,. Ich würde es auch mit der Praxis nicht zu eng sehen ,. die ersten Jahre nach meinem ersten Kurs war ich sehr strikt (und wahrscheinlich war es nach dem was davor war auch notwendig) ,. Ich habe aber bemerkt daß ein Leben als Mönch nichts für mich ist und ich, Erfahrungen die das Leben bringt nicht ausschließen möchte,. Das bunte Leben mit seinen Hoch und Tiefs will ich nicht meiden,. Zur Entscheidungsgewalt: Ich würde diese niemals an eine andere Person abgeben ,. nicht an einen Assistenzlehrer ,. nicht an Goenka,. an eine Lehre oder sonst etwas,. Wir tragen das Wissen (die Lebenswelten) unserer Ahnen in uns (genetisch bedingt) und damit sehr viel direkt Erlebtes ,. deshalb hat meine innere Stimme zwar nicht immer recht (für Hinweise aus der Umwelt möchte ich unbedingt offen sein) aber doch das Zepter in der Hand. Auch während eines Kurses würde ich dem den Vorrang geben,. Abschließend : Mich stört wenn sich Journalisten anmaßen aus einer alten Tradition die sehr vielen Menschen hilft und half eine TrueCrime Story zu machen zum Zwecke von Aufmerksamkeit und clicks,.. so ein Bullshit,.. das Format erinnert stark daran : Dark Dhamma und die dunklen Machenschaften der seelenfangenden Vipassanaleute ,.. Alleine wie die erste Folge beginnt: Hannas Finger zittern,..ich glaube wir werden verfolgt,..ja die Assistenzlehrer fangen gerade Seelen ein,. die haben nichts besseres zu tun als Hannah mit ihrem Handy zu jagen,.. Alter,. so ein Schwachsinn,. und das im Namen eines öffentlich rechtlichen,. Es gibt viele Berichte von 10 Tages Kursen auf youtube : kritische,. positive ,. alles mögliche ,. alles informativer und näher an der Realität als dieser Unfug,. Dieser zB: https://www.youtube.com/watch?v=LhDFykDzuJk ,.. alles Liebe ☀️❤️

  9. @ Heinz Wiesel 😂,.. der war kurz und böse ,. aber triffts,. ✌️

  10. vielleicht hätte man Mal mit Menschen sprechen sollen, die Ahnung von der Materie haben?
    OK, ich könnte das unreflektiert gejammere, die dramatisierende Musik und diese tendenziöse Berichterstattung nicht mehr ertragen.
    als mehrfacher Retreat Teilnehmer und Server, kann ich nur sagen…schade, das hat mit Qualitätsjournalismus nichts zu tun.
    desweiteren drängt sich einem die Frage auf: wie kann man vipassana in einen Topf mit den in den vorherigen staffeln des Podcasts werfen?

  11. Carsten Ramsel

    @Michael

    So verschieden die Weltanschauungen der im Podcast behandelten Neuen religiösen Bewegungen auch sein mögen, so schnell lassen sich auch Gemeinsamkeiten finden.

    Die Anhänger solcher Gemeinschaften halten sich gegenüber der Mehrheitsgesellschaft für etwas Besonderes. Ma Si vergleicht sich selbst mit einer Extrembergsteigerin, während die Anderen keine Ahnung haben und mit ihren Handys beschäftigt sind.

    Kritik wird häufig mit Hinweis auf innere Einsichten und einer langen religiösen Tradition begegnet.

    Aus dieser herausragenden Position der Person und der Gruppe erwächst häufig ein Überlegenheitsgefühl und eine Gegnerschaft gegenüber der Mehrheitsgesellschaft. Sie erklären darüber hinaus, warum die Gesellschaft moralisch, intellektuell und spirituell degeneriert ist. Sie sind durch ein Sendungsbewusstsein gekennzeichnet oder führen zu revolutionären Ideen.

    Und während in der freiheitlich-demokratischen Mehrheitsgesellschaft Meinungsvielfalt herrscht und wir ständig gefordert sind, auf die Kritik Anderer und die weltanschauliche Pluralität Anderer zu reagieren, bemühen sich derartige Gruppen oft um eine weltanschauliche Homogenität.

    Zu „Seelenfängern“ werden sie aber erst dann, wenn die Angehörigen trotz negativer finanzieller, gesundheitlicher, sozialer oder spiritueller Konsequenzen der eigenen Gruppe treu bleiben und sie gegenüber begründeter Kritik verteidigen.

    Die gesellschaftliche und mediale Wahrnehmung ist dahingehend verzerrt, dass dies nur für kleinere religiöse Gruppen gilt. Dabei lassen sich diese psychischen und sozialen Merkmale auch in der EKD oder Römisch-Katholischen Kirche wiederfinden.

  12. Meine Erfahrung: Man ist informiert, was passiert, man wird selbstverständlich nicht „verpflichtet“ oder „festgehalten“. „Meine“ zehn Tage waren erstaunlich frei von Geschwurbel und abstrusen Theorien, ja sogar Religion. Wenn man den Begriff „Wiedergeburt“ als Metapher interpretiert, könnte man diese Veranstaltung (die ich besucht habe) als komplett „weltlich“ bezeichnen.

    Zentraler Bestandteil war der Bodyscan, also ein aufmerksames Wahrnehmen von dem, was da ist. Wie fühlen sich meine Ohren gerade an? Wie fühlt sich der obere Teil an, wie fühlt sich das Ohrläppchen an? Kribbelt ein bisschen im Gehörgang, wow, ist mir bisher nie aufgefallen. Nur wahrnehmen, nicht werten. Und wenn du doch wertest, bemerke es, höre auf und beginne von vorn. Und zack, biste raus aus’m Gedankenkarussell.

    Und dann geht’s vom Körper in die Emotion: Bemerke ich meine Wut erst, wenn ich herumbrülle und Türen knalle (… oder noch nicht einmal dann), oder geht das schon früher – Atmung, Puls, Muskeltonus. Jemand, der sehr früh mitbekommt, was sich innerlich zusammenbraut, hat einen völlig anderen Handlungsspielraum als jemand, der von seinen Emotionen überrollt wird. Irgendwas verkehrt daran?

    Und klar, solche Veranstaltungen ziehen auch diejenigen an, die im Leben straucheln. Für die kann’s heftig werden und darüber sollte man vorher reflektieren. Informiert wird man ja (wurde ich ja). Und es taugt auch nicht als Kritik an der Methode. Mit dem gleichen Argument müsste man auch sämtliche Freizeitparks schließen, weil einige ihre Höhenangst oder den Bandscheibenvorfall nicht ernst nehmen und dann hinterher völlig auf sind.

  13. Ich finde die Darstellung von Vipassana im Podcast auch viel zu einseitig und von vorne herein zu sehr darauf aus, alles ins Negative und Sektenhafte zu rücken. Nur ein Beispiel: dass die Leute bis zum Ende gezwungen werden, dort zu bleiben. Argument: sie sind dann ganz euphorisch und spenden mehr. Nur – da ist für mich der Widerspruch -, wenn ich gezwungen werde, obwohl es mir schlecht geht, dann bin ich am Ende bestimmt nicht euphorisch. Außerdem, aus eigener Erfahrung: Was ich nach meiner Teilnahme gespendet habe, hat die Kosten für Unterkunft und Essen bestimmt nicht ausgeglichen! Die meisten Teilnehmer waren im Studierendenalter und bestimmt nicht sehr zahlungskräftig. Und Goenka sagt, dass Dhamma zwar auch durch finanzielle Spenden gegeben werden kann, aber eben auch dadurch, dass man im Alltag sein „Dhamma“ mit anderen durch Hilfsbereitschaft, Gutes tun u.ä. teilt. Das mit dem Dhamma kann man glauben oder nicht, aber das altruistisches Handeln selbst zufriedener macht, ist kein religiöses Geheimnis (s. z.B. hier: https://utopia.de/ratgeber/altruismus-warum-es-dich-gluecklich-macht-selbstlos-zu-sein_95694/).

    Im Podcast werden einige wenige Stellen aus Goenkas Vorträgen eingespielt, die ohne Zusammenhang sehr streng und dogmatisch wirken. Weggelassen werden die 95% Prozent einer interessanten, liebevollen und sehr verständnisvollen Sicht auf den Menschen, seine „Schwächen“ und das Leben, die man nicht adaptieren muss, aber für mich gute neue Impulse waren.

    Der Podcast fokussiert außerdem nur die extremen Ränder: die, die entweder dort eine große Katastrophe erlebt haben (was mir ernsthaft und von Herzen leid tut) und Leute, die sich sehr stark mit der Lehre und der Meditationspraxis identifizieren und streng danach leben (wozu sie niemand zwingt).

    Ausgeklammert wird die große Gruppe an Menschen (und ich behaupte mal, die Mehrheit) die für sich diese Meditation in den Alltag integriert haben. Und genau dazu soll sie gut sein, das wird immer wieder in den Vorträgen thematisiert: keine Realitätsflucht, keine Lösung aller Probleme /Heilsversprechen, sondern eben ein andauerndes Lernen und Üben, gelassen zu bleiben, ohne dies zum einzigen Lebensinhalt zu machen.

    Hintergrund: Ich habe vor zweieinhalb Jahren ein 10-Tages-Retreat gemacht, wusste über Freunde, dass es kein Spaziergang ist, habe mir aber auch nicht das absolute Seelenheil und die Lösung für alle Probleme davon versprochen. Und ich habe nicht an der Pforte (ich war in Triebel) mein Reflexionsvermögen und mein eigenständiges Denken abgegeben. Ja, man verspricht am Anfang, sich an die Regeln zu halten. Ja, man schweigt, trotzdem ist es nicht „absolut still“. Man hört die anderen sich bewegen, niesen, etc., man ist nicht wie total abgeschottet, weswegen ich die Formulierung „absolute Stille“ problematisch finde. Ja, man meditiert 10 Stunden am Tag, aber mit ausreichend Pausen. Ja, man steht sehr früh auf, liegt aber auch um 21.30 Uhr im Bett und kann auch in der ausgedehnten Mittagspause schlafen. Ab dem dritten Tag kann man auch auf dem Zimmer meditieren. Da bin ich sehr oft eingepennt, aber dann war es eben so. Niemand kam, um das zu kontrollieren und mich davon abzuhalten! Niemand hat kontrolliert, ob ich das Saadu am Ende mitspreche. Niemand hat mich im Anschluss kontaktiert und mich umworben, noch einen Kurs zu machen oder Service zu machen.

    Ich fand es sehr angenehm, zwar mit anderen zusammen zu sein, aber ohne diesen üblichen, für mich anstrengenden Small Talk). Drei Personen haben das Retreat nach drei Tagen abgebrochen und sind einfach gegangen.

    Mir persönlich hat es damals sehr geholfen, mit mir selbst ins Reine zu kommen und ich habe danach einmal täglich weiter praktiziert, bis der Winter kam und meine Wintermelancholie und ich gemerkt habe, es tut mir gerade nicht gut. Jetzt meditiere ich unregelmäßig, werde aber sicher nochmal einen Kurs machen.

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