Dieses alberne Gehopse nennt sich „Yogisches Fliegen“:
Bei maximaler Transzendentaler Meditation soll man damit irgendwann schweben, also ein Level des freien Levitierens erreichen. Allerdings ist keine unabhängige Studie bekannt, die die behaupteten Erfolge bestätigen würde, heißt es in einer Info vom Zentrum Ökumene.
Schade eigentlich, denn
… Transzendentale Meditation und das Yogische Fliegen in großen Gruppen kann soviel Kohärenz, Geordnetheit, Freude und Glück im nationalen Bewusstsein Deutschlands erzeugen, dass alle Feindschaft – sowohl im Inneren als auch im Äußeren – in Freundschaft umgewandelt wird, und die Regierung nie jemand zu den Waffen rufen muss,
verlautbarte die Bewegung noch in den frühen 2000ern.
Mittlerweile ist „Seine Heiligkeit“ Maharishi Mahesh Yogi gestorben, die Naturgesetz Partei hat sich aufgelöst und um die Transzendentale Meditation ist es ruhig geworden:
In Deutschland geht man von zirka 1.000 TM-Anbietenden aus, weltweit von zirka 50.000. Die Organisation selbst spricht von Millionen Praktizierenden.
Das war nicht immer so:
Anfang der 1970er-Jahre kaufte der indische Guru Maharishi Mahesh Yogi in Seelisberg in der Zentralschweiz zwei Hotelkomplexe, die er zum Zentrum der von ihm gegründeten Transzendentalen Meditations-Bewegung erklärte.
Obwohl die Einheimischen sich dagegen wehrten, wurde das idyllische Bergdorf von Sektenmitgliedern überrannt. Als sich elf Jahre später Maharishi Maheshs Aufenthaltsrechte änderten, brach der Ansturm abrupt wieder ab.
So gibt der Filmdienst den Inhalt der Dokumentation „Namaste Seelisberg“ wieder, der am 25. Februar im Kino Stans Premiere feiert.
Der Film entlarvt TM aus einer distanzierten und sachlichen Warte als kuriose pseudoreligiöse Bewegung mit einem selbstherrlichen Guru, der mit seinen Allmachtsphantasien das „Zeitalter der Erleuchtung“ und des Weltfriedens ausgerufen hatte,
schreibt Hugo Stamm beim Nachrichtenportal watson.
Weitere Aufführungstermine finden sich auf der Homepage des Streifens.
Den letzten „sehr originellen“ Dokumentarfilm über die Transzendentale Meditation gab’s 2010 mit „David Wants To Fly“ von David Sieveking (der 2018 mit „Eingeimpft“ baden ging):
Ohne übertriebene Polemik, aber mit klarem Blick für dogmatische und geschäftemacherische Auswüchse entwirft der Film ebenso erhellend wie unterhaltsam das Protokoll einer ernüchternden „Sinnsuche“.
Zum Weiterlesen:
- Stamm, Hugo „Kinofilm Namaste Seelisberg blickt hinter die Kulisse der TM-Sekte“ watson (21. Februar 2026)
- „Wie es fliegende Yogis in ein Urner Bergdorf zog“ SRF (24. Januar 2026)
- Stiebitz, Antje „Tauchgang an die Quelle des Bewusstseins“ Deutschlandfunk Kultur (15. Juli 2018)
- Raack, Alex „Der Lieblingsguru der Hippies“ spiegel (12. Februar 2018)
- Mierau, Svenja „Transzendentale Meditation: Aktivitäten, Hintergründe und Absichten“ Sekteninfo NRW (9. März 2007)
- „Transzendentale Meditation“ bei Relinfo
- Eißler, Friedmann „TM-Film David Wants to Fly“ Materialdienst (7/2010)
- „David Wants To Fly“ beim Filmdienst
- „David Wants To Fly“ bei epd film
Titelfoto: Filmcoopi Zürich


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