Was der Jenseitsforscher Prof. Oliver Lazard unter hochspezifischen Informationen von Verstorbenen versteht, kann man zum Beispiel hier nachlesen:
Mit unserer EREAMS-Studie verlassen wir den Bereich der Subjektivität. Wir erreichen mit unserer Methodik ein völlig neues Qualitätslevel in der Erforschung von Jenseitskontakten. Wir untersuchen Beweise, die eindeutig messbar, also verifizierbar sind.
Das folgende Beispiel aus einem unserer Fragebögen gibt Ihnen einen ersten Eindruck davon. Eine Mutter bekam von ihrem verstorbenen Jungen die Botschaft übermittelt, dass sein Lieblingslehrer bei seiner Beerdigung eine orange-farbene Jacke trug. Diese hoch-spezifische Information wurde von der Mutter eindeutig bestätigt.
Die Kenntnis dieser Information kann unmöglich über Recherchearbeit, Coldreading oder eine sonstige natürliche Erklärung begründet werden. Die genannte Information war eindeutig überprüfbar, die Mutter des Jungen konnte ganz klar sagen: „Ja, der Lehrer war tatsächlich da und er trug wirklich eine orange-farbene Jacke.“ Genauso hätte sie diese Botschaft aber auch verneinen können. Wir reden hier also nicht mehr über ein persönliches Empfinden oder die eigene subjektive Wahrnehmung.
Wir reden hier über eindeutige, objektiv verifizierbare Tatsachen. Der Vorwurf, solche spirituellen Studien entzögen sich einer seriösen wissenschaftlichen Methodik, kann daher nicht länger aufrecht erhalten werden.
Äh – nein, wir reden hier eben nicht über „eindeutige, objektiv verifizierbare Tatsachen“. Sondern um die rein subjektive Aussage einer trauernden Mutter, die sich natürlich wünscht, in ihren Hoffnungen bestätigt und nicht widerlegt zu werden. Also warum hätte sie die angebliche „Botschaft“ ihres verstorbenen Kindes „verneinen“ sollen?
An dieser Stelle wendet Lazar ein:
Um die benötigten Informationen über den Lieblingslehrer und die orangefarbene Jacke zu erhalten, mussten weitere nicht am Trauerprozess beteiligte Personen befragt werden, die schließlich die hochspezifische Information über den Lieblingslehrer und die Farbe der Jacke bestätigten.
Die Qualität solcher Botschaften erfüllt meiner Ansicht nach alle Kriterien für eine objektive Verifikation.
Seiner Ansicht nach vielleicht. Tatsächlich war es aber so, dass niemand anderes als die Eltern des verstorbenen Kindes selbst diese Befragung durchführten – womit wiederum keine Objektivität gegeben ist. Anscheinend schiebt Lazar die gesamte Beweislast den trauernden Angehörigen seiner „Jenseitskontakte“ zu, die verständlicherweise zahlreichen kognitiven Verzerrungen unterliegen.
Und dennoch fühlt sich Oliver Lazard von den Science Cops ungerecht behandelt, die am 31. Oktober 2025 seine EREAMS-Studie zerpflückten. Ganze vier Reaction-Videos veröffentlichte der Informatik-Professor dazu, sodass die Science Cops nun „zum allersten Mal überhaupt“ eine Reaction-Folge produziert haben:
Haben die Science Cops wirklich schlampig recherchiert? Haben wir die Forschung von Oliver Lazar nicht verstanden? Und müssen Max und Jonathan am Ende sogar selbst in den Science Cops Knast?
Spoiler:
Der Oliver, der bleibt im Knast, bekommt sogar ’ne Verlängerung verpasst.
Völlig verdientermaßen.
Die Folge gibt es als Podcast und bei Youtube.
Zum Weiterlesen:
- Science Cops „Oliver Lazar Reloaded: Wir reagieren auf seine Vorwürfe“ quarks (21. Februar 2026)
- Harder, Bernd „Völlig losgelöst: Die EREAMS-Studie zu Jenseitskontakten bei den Quarks Science Cops“ skeptix (31. Oktober 2025)
- Harder, Bernd „Spektrophilie: Ghostsex zwischen Terror und Vergnügen“ skeptix (24. März 2025)
- Reber, Arthur/Alcock, James „Why Parapsychological Claims Cannot Be True“ skeptical-inquirer (July/August 2019)
Titelfoto: Freepik/Pikisuperstar


Schreibe einen Kommentar