Der WDR wiederholt sein Zeitzeichen vom 25. April 2021:
Mai 1776 – Gründung des Illuminatenordens
Goethe, Herder, Knigge – auch für berühmte Männer ist die Geheimgesellschaft der Illuminaten attraktiv. Heute ist der aufgelöste Orden Futter für Verschwörungsideologen.
Eine Kurzfassung (zirka vier Minuten) gibt’s beim Stichtag der ARD:
Nichtsdestotrotz geistern die Illuminaten auch weiterhin durch die Verschwörungsphantasien diverser Deutsch-Rapper, wie zum Beispiel bei Kollegah alias Felix Blume:

Auch in seinem neuen Song „Killuminati“ deutet Blume globale Krisen und militärische Konflikte mal wieder „als Ergebnis konspirativer Machenschaften eines im Hintergrund operierenden Machtzirkels“, schrieb der Sozialwissenschaftler Jakob Baier letztes Jahr in seiner Dissertation „Antisemitismus im deutschen Gangsta-Rap“. Den Begriff „Killuminati“ hatte Blume schon 2013 mit seinem Song „NWO“ geprägt. Damals wie heute zeige sich in seinen Textzeilen, „welche zentrale Rolle der Glaube an die Gefahren einer vermeintlichen Neuen Weltordnung in der verschwörungsideologischen Selbstinszenierung des Rappers spielt“, analysiert Baier.
Seine Arbeit steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Die Jüdische Allgemeine nennt „Killuminati“ ein „vor offenem Antisemitismus triefendes Machwerk“ – das bezeichnenderweise vom rechtsextremen Compact-Magazin als „pures Wahrheitsserum“ gefeiert wird.
Immerhin gibt es mittlerweile auch eine Parodie auf den Illuminaten-Hype in der Rapmusik, nämlich „Illuminati“ von K.I.Z. Auch Walulis hat sich schon mal mit dem Thema beschäftigt:
Warum die Rapszene so auf Verschwörungstheorien abfährt und wie all das zusammenhängt.
Zum Weiterlesen:
- Schindler, Frederik „Der ganz normale Antisemitismus des Rap-Superstars Kollegah“ welt (18. Mai 2026)
- Harder, Bernd „Vom Witz zum Verschwörungsmythos: Illuminaten & Freimaurer im Podcast Bildung ohne Auftrag“ skeptix (17. Mai 2026)
- Kaiser, Markus „250 Jahre Illuminati: Wie aus dem Geheim- ein Populärbund wurde“ BR24 (10. Mai 2026)
- Harder, Bernd „Von Ingolstadt in die Epstein-Akten: Vor 250 Jahren wurde der Illuminaten-Orden gegründet“ skeptix (1. Mai 2026)
- Fischer, Ralf „Kollegah und die Killuminati“ Jüdische Allgemeine (30. April 2026)
- Baier, Jakob „Illuminati, Rothschilds, Zionisten: Antisemitismus im deutschen Gangsta-Rap“ campus (18. März 2025)
- Kaat, Coen „Die Illuminati verschicken jetzt auch Spam“ IT-Markt (11. August 2021)
- „Corona-Verschwörung im Deutschrap“ Belltower News (9. Juni 2021)
- Niang, Yannick „5 Rap-Songs, die sich mit dem Phänomen der Verschwörungstheorien auseinandersetzen“ diffusmag (26. August 2020)
- Herbstreuth, Mike „Deutschrap: Die drei beliebtesten Verschwörungstheorien“ Deutschlandfunk (4. Januar 2020)
- „Verschwörungstheorien im Deutschrap“ Deutschlandfunk Kultur (18. Oktober 2019)
- „Deutschrap & Verschwörungstheorien: Das dritte Auge“ Juice (29. Mai 2019)
- Hellwig, Marius „Rap in Deutschland: Von NWO, Rothschilds und Illuminati“ Belltower News (24. Februar 2017)
- „The Daily Beast: Wie die Illuminaten die Musikindustrie übernommen haben“ hiphop.de (2. Januar 2016)
- „Deutschrap und Verschwörungstheorien“ Teil I, II und III“ rap.de (24. November 2015)
- Video „Kollegah Statement: Illuminati in der Musik, Verschwörungstheorien, Jugend verdirbt, Michael Jackson“ TV Strassensound (12. Mai 2014)
Titelfoto: Unsplash/Maria Pagan


Schreibe einen Kommentar