The Age of Fake: Deep Fakes und AI-Content bei der re:publica

(Lesedauer ca. 3 Minuten)

Der ARD-Themenschwerpunkt „Age of Fake – Die neue Macht der Täuschung“ läuft weiter. Neu hinzugekommen sind etwa die Beiträge

Unabhängig davon befasst sich der Youtube-Kanal Doktor Whatson mit dem Thema „Fake“:

Im großen Stil werden ChatBots benutzt, um Texte und Diagramme zu erzeugen, die wie echte wissenschaftliche Fachartikel wirken.

Preprint-Server, Journals und die Gutachter an den Universitäten kämpfen mit einer wachsenden Flut aus KI-generiertem Müll, Plagiaten und gezielten Fälschungen. Echte, sorgfältig erforschtes Wissen droht in dieser Flut verlorenzugehen.

Schaden Large Language Models wie ChatGPT, Gemini, Grok, LeChat also der Wissenschaft? Zu welchem Zweck werden die ganzen Fälschungen eingereicht? Wie wehrt sich die Wissenschaft dagegen? Und kann KI nicht vielleicht doch auch nützlich für die Forschung sein?

Auch bei der re:publica, die derzeit in Berlin stattfindet, spielt KI eine Rolle:

Junge gutaussehende Frauen mit großen Augen verteilen auf Facebook blaue Herzchen für die AfD, auf Insta wird in farbenfroh animierten Reels die vermeintlich überlegene außerirdische Herkunft von „Ariern“ im Allgemeinen und Elon Musk im Speziellen beschworen und der TikTok-Algorithmus berieselt Teenager mit mal mehr, mal weniger offensichtlichen Fake-Interviews.

Nicht nur das Netz an sich versloppt zunehmend. Besonders im digitalen politischen Vorfeld der extremen Rechten wird seit geraumer Zeit massiv auf KI-generierte Inhalte gesetzt.

Dabei geht es keineswegs „nur“ um Fakes, sondern vielmehr um die Erschaffung einer eigenen Realität – samt klischeebehafteter skurriler Zukunftsvisionen, in denen weder der Schäfferhund, noch eine ganze Armada theatralisch im Wind wehender Deutschlandflaggen fehlen darf.

Eckart v. Hirschhausen gibt es nur einmal. In echt. Im Netz gibt es ihn in tausend Versionen und weil er seit 30 Jahren für Medizin und Gesundheit in der ARD als Vermittler Vertrauen aufgebaut hat, fallen jeden Tag echte Menschen auf den gefälschten Hirschhausen rein.

In seiner Keynote nimmt uns der Arzt und Wissenschaftsjournalist mit auf seine Recherchereise. Er nimmt den Kampf mit der Deepfake-Mafia auf, gewinnt über mehrere Instanzen vor Gericht und dreht für die ARD eine Doku und findet einen Whistleblower in Brasilien, der die dreckigen Geheimnisse der Branche offenlegt. True Crime.

Und zum Thema „Bessere Gesetze – bessere Durchsetzung“ wird er unterstützt von Chan-jo Jun und Jessica Flint, die bereits mit dem Künast-Fall Rechtsgeschichte geschrieben haben.

Dieser Vortrag taucht in die Zukunftsbilder ein – und fragt: Was passiert, wenn synthetische Medien unsere Realität übernehmen? Wer trägt Verantwortung? Was bedeuten die Imaginationen über das Morgen für unsere Handlungen in der Gegenwart?

Morgen geht es weiter.

Zum Weiterlesen:

Titelfoto: Jan Zappner/re:publica

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