Erschreckend:
Der Autor Johannes Schirrmeister würde seinen verquasten Text in der Berliner Zeitung über angebliche „Verschwörungsleugner“ heute genau so wieder schreiben. Das ist das Ergebnis einer Recherche von Gunnar Hamann für Radio Corax:

Über Schirrmeisters Artikel „Warum Verschwörungsleugner gefährlich sind: Die neue Blindheit heißt Rationalität“ hatten wir hier im Skeptix-Blog berichtet. Schirrmeister bleibt jeden Beleg dafür schuldig, wer konkret die Existenz von realen Verschwörungen leugnet und versucht wohl eher, Verschwörungsdenken als eine Art legitimer Kritik salonfähig zu machen.
Damit scheitert er allerdings auf ganzer Linie, arbeitet Hamann in dem 25-minütigen Podcast heraus. Außerdem kann er belegen, dass der Autor des zugrundeliegenden Ursprungsbeitrags („On The Psychology Of The Conspiracy Denier“) selbst im verschwörungsideologischen Umfeld aktiv war – und zudem keinerlei fachlichen Background aufweist, sondern als Musiker unterwegs ist. Sein Autorenname „Tim Folye“ ist eine Anspielung auf „tin foil“ (Aluhut), sein echter Name lautet Nemo Jones.
Auch Katharina Nocun verweist Hamann gegenüber die Vorstellung von „Verschwörungsleugnern“ ins Reich des blühenden Unsinns und stellt zudem klar, dass Verschwörungen und Skandale wie zum Beispiel die Epstein-Files noch nie von pseudo-kritischen Verschwörungstheoretikern aufgedeckt wurden, sondern von Journalist:innen, Whistleblowern und anderen Expert:innen.
Zum Beitrag „Das Scheitern des Aufklärers: Im Kaninchenbau mit Schirrmeister“ geht es hier.
Zum Weiterlesen:
- Hamann, Gunnar „Das Scheitern des Aufklärers: Im Kaninchenbau mit Schirrmeister“ Radio Corax (13. Mai 2026)
- Harder, Bernd „Verschwörungsleugner – was soll das denn sein? Und was hat Jeffrey Epstein damit zu tun?“ skeptix (8. Februar 2026)
- Harder, Bernd „Bei Xavier Naidoo entschuldigen – warum das denn?“ skeptix (26. Februar 2026)
- Kastner, Bernd „Geraune über dunkle Machenschaften und geheime Verbindungen“ Süddeutsche (2. März 2024)
Titelfoto: Dustin Belt


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