Spätestens nach dieser Szene …
… hätte eigentlich klar sein müssen, dass „The Next Uri Geller“ bestenfalls für diverse Kalkofe-Parodien taugt:

Worum ging es bei dieser als Mystery-Sendung angelegten Castingshow, die 2008 bei ProSieben ausgestrahlt wurde?
Der Privatsender hatte die Stirn, „einem Mann eine Bühne zu bieten, der die Öffentlichkeit seit beinahe 40 Jahren mit denselben Zaubertricks betrügt“ – Uri Geller nämlich, der als „Hokuspokus-Bohlen“ beziehungsweise „Zuchtmeister der mental Sensiblen“ in verkniffener Heidi-Klum-Manier den Löffel abgeben wollte und einen Nachfolger suchte.
Als Kandidat:innen traten zehn Zauberlehrlinge an, die allen Ernstes vertraglich versichern sollten, dass sie „über ausgeprägte mentale und intuitive Fähigkeiten, wie etwa Gedankenlesen, Telekinese, Suggestion oder Autosuggestion“ verfügen. Nach Protesten der Teilnehmer:innen milderte ProSieben die Übersinnlichkeits-Klausel ab:
Der Vertragspartner ist Zauberkünstler, der mit Hilfe von Tricktechniken die Illusion von z.B. Gedankenlesen, Telekinese, Suggestion und/oder Autosuggestion oder anderer paranormaler Phänomene darstellen kann.
Allerdings gelang auch das mehr schlecht als recht. Vom „größten Betrug seit Erfindung des Fernsehens“ schrieb die Rheinische Post, von einer „Lachnummer“ die Süddeutsche Zeitung, die Welt erklärte genüsslich einige der „billigen Taschenspielertricks“ und auch Stefan Raab amüsierte sich regelmäßig über den Quatsch.
Trotzdem gab es 2009 sogar noch eine zweite Staffel – und auf die blickt Walulis in einem neuen Video zurück:
Diese zweite Staffel war der Moment, in dem Stimmung gekippt ist und keiner mehr Uri Geller geglaubt hat.
Schauen wir uns an, was alles schief gegangen ist, wie absolut lächerlich das Ganze war und wie es dem Schmierlappen Uri Geller da ordentlich den Boden unter den Füßen weggezogen hat.
Im Mai dieses Jahres forschte der Zauberkünstler Matthias Berger nach, was aus den Kandidat:innen von einst geworden ist:
Der Sieger der ersten Staffel, Vincent Raven, landete 2012 im Dschungelcamp von RTL und wurde Fünfter. Damit übertraf er tatsächlich Uri Geller, der 2002 bei der britischen Version „I’m a Celebrity … Get Me Out of Here“ als erster Promi rausgewählt worden war.
Zum Weiterlesen:
- Harder, Bernd „Uri Geller: Er hat ProSieben verarscht – und die ganze Welt“ skeptix (9. Juni 2026)
- Schneeberger, Ruth „Auf Biegen und Brechen“ Süddeutsche (11. Mai 2010)
- Merhof, Johanna „Wenn die Tricks bei Uri Geller schief gehen“ welt (21. Januar 2009)
- Erichsen, Björn „The next Uri Geller: Geheimvertrag für die Zauberschüler“ stern (15. Januar 2008)
- „Knebelverträge für Mental-Artisten“ focus (15. Januar 2008)
- Dexter, Quentin „The Next Uri Geller: Größter Betrug seit Erfindung des Fernsehens“ rp-online (15. Januar 2008)
- Voß, Jochen „Next Uri Geller: Übersinnliches in Verträgen“ DWDL (15. Januar 2008)
- Lehn, Birgitta „Schummeln gehört zum Magie-Geschäft“ welt (10. Januar 2008)
- Keil, Sebastian „So funktionieren die Tricks aus der Geller-Show“ welt (9. Januar 2008)
- Freitag, Jan „Der Spaß macht die Biege“ spiegel (9. Januar 2008)
- Niggemeier, Stefan „Uri Geller“ stefan-niggemeier.de (6. Januar 2008)



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