Sen-sa-tio-nelle Erkenntnisse aus einer neuen Studie zum Unterschied zwischen skeptischen und para-gläubigen Menschen: Die beiden Gruppen zeigen unterschiedliche kognitive Verarbeitungsstile:
- Paranormale Überzeugungen korrelieren positiv mit intuitivem Denken
- Wissenschaftsorientierung korreliert positiv mit analytischem Denken
Mit anderen Worten: Wer stärker auf Bauchgefühl, persönliche Erfahrungen und intuitive Einschätzungen setzt, ist eher anfällig für paranormale Deutungen.
Wer hingegen systematisch, logisch und evidenzbasiert denkt, neigt eher zu wissenschaftlichen Erklärungen,
kommentiert Grenzwissenschaft-Aktuell.

Nein, wer hätte das gedacht?
Aus der Forschung zum Thema Verschwörungstheorien ist das seit langem bekannt:

Verschiedene Studien in den letzten Jahren (zum Beispiel hier oder hier oder hier) haben gezeigt, dass ein „analytical mindset“ und „critical thinking skills“ beziehungsweise eine „Erziehung hin zum komplexen Denken“ der beste Schutz vor Verschwörungstheorien und Fake News sind.
Was den Glauben an das Paranormale angeht, kommt verstärkt noch das Missverstehen von Zufälligkeit hinzu: „Gläubige“ zeigen eine stärkere Tendenz, Muster in zufälligen Ereignissen zu sehen, als „Skeptiker“. Der Umgang mit dem Zufall unterscheidet „Ziegen“ und „Schafe“.
Ein Nebenaspekt der neuen Studie von Dagnall et al.:
Stark ausgeprägte Überzeugungen – egal ob wissenschaftlich oder paranormal – gehen generell mit einer gewissen Festigkeit einher. Diese ist jedoch nicht exklusiv an eine bestimmte Weltsicht gebunden.
Zum Weiterlesen:
- Müller, Andreas „Kognitive Grundlagen von Skeptikern und Gläubigen“ grenzwissenschaft-aktuell (23. April 2026)
- Dagnall, Neil et al. „Mind over matter? The cognitive styles of scientific scepticism and paranormal belief“ Frontiers in Psychology (6. März 2026)
- Petrova, Karina „The psychological drive for structure predicts conspiracy thinking“ PsyPost (4. März 2026)
- Harder, Bernd „Gläubig oder skeptisch? Wie kommt das eigentlich?“ skeptix (24. Februar 2025)
- Harder, Bernd „Verschwörungstheorien: Lustige Memes fördern die Verbreitung, kritisches Denken schützt davor“ skeptix (14. Februar 2025)
- „Was den Glauben an Verschwörungstheorien begünstigt“ apa-science (7. Februar 2024)
- „Faktoren für Verschwörungsglauben erforscht“ meduniwien (7. Februar 2024)
- „Umfassend denken lernen gegen Verschwörungstheorie nötig“ science.apa.at (7. Februar 2024)
- Irwin, Harvey „The Psychology of Paranormal Belief – A Researcher’s Handbook“ University of Hertfordshire Press (1. September 2009)
- „sheep-goat effect“ im Skeptic’s Dictionary
Titelfoto: Freepik/karlyukav


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